Klassische Homöopathie

Die Entstehung

„Das höchste Ideal der Heilung ist die schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit (...) auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.“

Vor 200 Jahren, im Jahre 1810, formulierte der deutsche Arzt und Chemiker Samuel Hahnemann diesen Satz.

Hahnemann war ein scharfsinniger, unermüdlicher Forscher mit der Absicht, dem Phänomen der Erkrankungen auf den Grund zu gehen. Sein ganzes Leben widmete er der Entwicklung der Homöopathie, einer Heilkunde, die nach wie vor hochaktuell ist, denn er stellte damals Heilgesetze auf, die immer Bestand haben werden.

Die klassische Homöopathie ist inzwischen weltweit einer der wichtigsten und bekanntesten Grundpfeiler der komplementären und alternativen Medizin. In Deutschland erfreut sie sich besonders in den letzten zwei Jahrzehnten nicht nur bei PatientInnen, sondern auch bei ÄrztInnen, HeilpraktikerInnen und Hebammen steigender Beliebtheit. Sogar in der Tiermedizin findet diese erfolgreiche Heilmethode vielfach ihren Einsatz.

Die klassische Homöopathie wird im Wesentlichen von drei Säulen getragen:

Das Ähnlichkeitsgesetz

Hahnemann überprüfte damals gebräuchliche Arzneien auf ihre Wirksamkeit am menschlichen Organismus. Dabei fand er heraus, dass diese Substanzen bei gesunden Menschen Beschwerden hervorriefen, die den Symptomen der Erkrankungen ähnlich waren, für deren Heilung sie eingesetzt wurden.

Der erste und berühmteste Versuch Hahnemanns war der Selbstversuch mit der Rinde des Chinabaumes. Dieses Heilmittel war bekannt für seine hilfreiche Wirkung beim Wechselfieber, der Malaria. Nach regelmäßiger Einnahme von Chinarinde litt Hahnemann unter Beschwerden, die denen der Malaria sehr ähnelten. Die Erkenntnis aus diesen und weiteren Versuchen war, dass eine Arznei nur dann hilfreich ist, wenn sie der Erkrankung möglichst ähnliche Symptome produzieren kann.

Die Potenzierung

In über 50 Jahren Forschungsarbeit gelang Hahnemann die Entwicklung eines speziellen Herstellungsverfahrens für die Arzneien, welches zu einer Minimierung eventuell toxischer Wirkungen einer Substanz führte, die heilenden Effekte jedoch dabei sogar noch verstärkte.

Die Heilmittel werden dazu in mehreren Schritten stundenlang in Milchzucker verrieben und anschließend verdünnt und verschüttelt. Dabei wird die Heilkraft, die zuvor an den Körper eines Minerals, einer Pflanze, oder eines Tieres gebunden war, zunehmend vom ursprünglichen Träger gelöst und auf eine neue Trägersubstanz wie Milchzucker oder Wasser übertragen.

Dieses Verfahren nennt sich Potenzierung. Das Erstaunliche daran ist, das die Heilkraft, je mehr sie verschüttelt und verdünnt wird, um so tiefgreifender wirkt. Die Verreibung der Substanzen und ihre Verschüttelung sind unverzichtbare Schritte bei der Herstellung einer Arznei, eine Verdünnung allein würde die Heilkraft nur verringern.

Durch den Prozess der Potenzierung gelingt es, die heilende Kraft vieler Substanzen, die sie im unpotenzierten Zustand gar nicht zeigen, zu entbergen. So entpuppten sich beispielsweise Kochsalz, Kalk, Tinte, Gold, etc. in der Homöopathie als bewährte, sehr tief wirkende Heilmittel.

Die Arzneimittelprüfung

Hahnemann und eine Gruppe von Freiwilligen prüften an sich selbst über Jahre hinweg viele Arzneistoffe auf ihre Wirkung, wobei die auftretenden Symptome genau notiert wurden. So entstanden (und entstehen bis heute immer noch) durch Prüfung an Gesunden die homöopathischen Arzneimittelbilder, die Aufschluss darüber geben, welche Wirkung und Heilkraft ein bestimmter Stoff auf den Organismus hat.

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Informationen zur
klassischen Homöopathie
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